Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Alzey

Schulwege sicher machen

Radfahren ist bei Jugendlichen beliebt. Dennoch fahren nur wenige zur Schule, weil sichere Wege fehlen. Das berichten fast 2.000 junge Menschen aus Mittelsachsen in einer Umfrage.

Mehrere Jugendliche fahren auf dem Rad über eine Straße, während es morgens noch dämmert. Sie tragen Winterjacken und Rucksäcke, einige schützen ihren Kopf mit einem Helm. Die Lampen an den Rädern leuchten. Im Hintergrund warten Autos mit eingeschalteten Scheinwerfern an der Straße. Straßenlaternen erhellen die Szene.
Viele Schüler:innen fahren morgens im Dunkeln mit dem Rad zum Unterricht. Sie wünschen sich sichere Wege, wenn sie Straßen überqueren. © haemisch

Der ADFC Sachsen hat zusammen mit dem Landratsamt Mittelsachsen untersucht, wie Schüler:innen zur Schule kommen. Für das Projekt „Schulweg.Aktiv“ füllten 1.878 Jugendliche der Klassen fünf bis zwölf aus 31 Schulen Fragebögen aus. Sie erklärten, welchen Weg sie nehmen und wie sicher sich die Routen anfühlen. Wie die jungen Menschen antworten, belegt: Sie wünschen sich sichere Radwege. Drei Viertel der Jugendlichen bewerten Radfahren als schnell und modern, rund 90 Prozent finden es cool und praktisch. Im Alltag fahren jedoch nur wenige mit dem Rad zur Schule.

Kurze Wege, wenig Räder

Rund 29 Prozent der Jugendlichen wohnen weniger als zwei Kilometer von der Schule entfernt. Weitere 20 Prozent legen zwei bis sechs Kilometer zurück. Fast die Hälfte der Strecken eignet sich also gut zum Radfahren. Dennoch kommen viele Heranwachsende mit dem Bus oder dem Zug zur Schule. Nur rund 30 Prozent gehen zu Fuß oder nutzen das Fahrrad. Im Winter fahren noch mehr Jugendliche mit dem Bus oder Eltern bringen sie im Auto zur Schule.

Fehlende Radwege

Viele Schüler:innen verzichten auf das Rad, weil sie sich unsicher fühlen. 36 Prozent fahren nicht, weil ein Radweg fehlt. 19 Prozent stufen die Route generell als gefährlich ein. Die Jugendlichen wollen bei Tempo 50 nicht gemeinsam mit Autos auf der Fahrbahn fahren. Sie bevorzugen baulich getrennte Radwege. Straßen zu überqueren stresst sie, vor allem, wenn Ampeln oder Zebrastreifen fehlen. Sie fordern sichere Wege, statt auf rücksichtsvolle Autofahrende zu hoffen.

In der Freizeit sieht das Mobilitätsverhalten der Jugendlichen anders aus: Hier sitzt mehr als die Hälfte im Sommer fast immer oder mehrmals pro Woche auf dem Rad. Viele Jugendliche interessieren sich also stark für das Radfahren.

Kommunen am Zug

Das Projekt „Schulweg.Aktiv“ macht Jugendliche zu Fachleuten für den eigenen Weg zur Schule. Sie entwickeln zusammen mit Fachleuten für Verkehrsplanung Ideen für sichere Schulwege. Das Projekt zielt darauf ab, dass Verwaltungen und Planende künftig besser verstehen, wie junge Menschen den Verkehr wahrnehmen und was sie brauchen, um sich auf dem Rad sicher zu fühlen.

Der ADFC Sachsen empfiehlt dem Landkreis Mittelsachsen, Schulwege systematisch zu prüfen und gemeinsam mit Schulen sichere Schulwegepläne zu erstellen. An drei Modellschulen zeigten Schüler:innen bereits, wo Probleme liegen. Sie überlegten mit Eltern, Schulen und Verwaltungen, wie ihre Wege sicherer werden können.

Die seit Frühjahr 2025 geltenden Regeln der Straßenverkehrsordnung helfen den Kommunen dabei. Sie erleichtern es Behörden, zum Beispiel Tempo 30 an Schulwegen anzuordnen. Städte und Gemeinden sollten den neuen Spielraum nutzen.


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